Was vielleicht am meisten missverstanden wird in unserer Zeit, ist die Anarchie. Es ist auch ein sehr modernes Phänomen und doch konnten sich schon gewisse Griechen etwas darunter vorstellen. Die Abwesenheit von Herrschaft ist die Vollendung der politischen Kultur und nicht das Fehlen einer solchen. Sogar mein Professor für politische Philosoph und noch dazu einer der sich „liberal“ nennt, erzählte von einem kriselnden Rechtsstaat, der zusammenbricht, Gewaltherrschaft hinterlässt, also Anarchie.
Der Polemik aber genug. Herrschaft ist eigentlich immer Gewaltherrschaft, wobei meist schon die Androhung von Gewalt reicht, um zu herrschen. Anarchie aber ist immer gewaltfrei, kann nur existieren, wo beide Seiten auf Gewalt verzichten. Auf eine vertiefte Diskussion des Begriffes der Gewalt müsst ihr noch etwas warten.
Herrschaft gibt es aber nicht nur unter Menschen. Jeder Mensch, ausser vielleicht Jesus und die Buddhas, wird von seinen Gefühlen beherrscht. Das soll nicht heissen, dass es nicht auch sehr schöne und sogar nützliche Gefühle gibt, aber allzu oft, lassen wir uns von unseren Gefühlen übermannen, wenn ein Handeln gegen unsere Gefühle auf unserem Weg liegen würde. Die Befreiung ist ein harter Kampf, lohnt sich aber letztendlich.
Archiv für Emanzipation
Das grösste Missverständnis unserer Zeit (Anarchie I)
Kochkunst (Emanzipation I)
Kochkunst
Frauen kochen zuhause.
Männer kochen im Restaurant.
Männer kochen für Geld und Ruhm.
Frauen kochen für Freunde.
Anmerkung:
Ich spreche hier von Frauen und Männern und meine damit Tendenzen oder schlicht tatsächliche Häufigkeiten. Auch Frauen arbeiten in Restaurants und auch Männer haben sich emanzipiert und kochen zuhause, aber das alte Rollenbild steckt nach wie vor in unserer Gesellschaft und nicht nur in den guten Stuben der SVP-Gilde. Vor allem hinkt der Mann zurück in Sachen Emanzipation, worauf mich insbesondere Nancy Fraser aufmerksam gemacht hat. Und die Frau hat einmal mehr mit voreiligem Gehorsam die Lücke geschlossen und sich überangepasst. Statt vom Mann ihren gerechten Anteil zu fordern, akzeptiert sie, dass davon gesprochen wird, dass die Frau Familie und Beruf nicht unter einen Hut bringt. Frauen sollen sich auf ihre Stärken besinnen und nicht auch noch die Fehler der Männer nachmachen. Und Männer sollten den Mut aufbringen und sich auf den anspruchsvollen Weg der zwischenmenschlichen Beziehung machen.
Viel Spass bei der Emanzipation!
Sich loszulösen ist oft ein anstrengender Prozess, aber es lohnt sich. Selbstbestimmung für Alle!